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Delegiertentag 2007 des RSB in Andernach


RSB-Delegiertentag 2007

Schützentag in Andernach - Warten auf die Auszählung der Stimmen
 

Am 21. April 2007 fand in Andernach der jährliche Delegiertentag des Rheinischen Schützenbundes statt.
Neben den Neuwahlen der Vizepräsidenten Nord und Mitte, sowie des Landessportleiters, war die Abstimmung zur Strukturreform sicherlich der wichtigste Punkt auf der Tagesordnung.
Die Wichtigkeit dieser Entscheidung spiegelte sich auch in der Zahl der Anwesenden wieder: mit ca. 750 Delegierten (davon 466 stimmberechtigte) war die Mittelrheinhalle in Andernach fast bis zum letzten Platz besetzt. Der Delegiertentag 2007 war damit die bestbesuchte Versammlung der letzten Jahre.

Die Versammlung wurde vom Präsidenten des RSB Harry Hachenberg mit etwas Verspätung um kurz nach 10.00 Uhr offiziell eröffnet.
Nach der Begrüßung der Anwesenden, Genehmigung der Tagesordnung und des Protokolls der Versammlung 2006 wurden die Berichte der Präsidiumsmitglieder und der Kassenprüfer vorgetragen.
Auf Antrag der Kassenprüfer wurde das Präsidium von den Delegierten einstimmig entlastet.

Bei den anschließenden Neuwahlen wurden alle bisherigen Amtsinhaber wiedergewählt.
Vizepräsident Nord: Helmut Schneider (14 Gegenstimmen / 4 Enthaltungen)
Vizepräsident Mitte: Karl-Heinz van Eisern (14 Gegenstimmen / 22 Enthaltungen)
Landessportleiter: Bernd Fronnert  (2 Gegenstimmen / 6 Enthaltungen)
Kassenprüfer: Norbert Dixius  (1 Gegenstimme / 2 Enthaltungen)
Weiterhin wurde der Landesjudendleiter Joachim Pesch von der Versammlung bestätigt (3 Gegenstimmen / 7 Enthaltungen).

Der letzte Punkt der Tagesordnung vor der Strukturreform war die Festlegung der Versammlungsorte für 2010 und 2011.
Die Bewerbung des Bezirkes 02 (Essen) für die Ausrichtung des RSB-Schützentages 2010 wurde ohne Gegenstimmen (2 Enthaltungen) angenommen.
Die vom stellvertretenden Bürgermeister von Dormagen sehr erfrischend und mitreißend vorgetragene Bewerbung des BSV 1867 Dormagen e.V. für die Ausrichtung 2011 sorgte bei den Anwesenden für großen Beifall und wurde dementsprechend auch einstimmig angenommen.

Weit weniger Beifall gab es bei der anschließenden Diskussion über die Strukturreform.
Der vom Präsidium unterbreitete Reformvorschlag sah die Abschaffung der bisherigen Kreise, Bezirke und Gebiete und die Bildung von 29 neuen Bezirken vor. Damit sollten einerseits Kosten gespart und andererseits die Kommunikationswege zu den Vereinen verbessert werden (die 29 Bezirksvorstände sollten direkt dem Gesamtvorstand des RSB angehören). Die neue Struktur sollte zum 1. Januar 2009 umgesetzt werden.

Harry Hachenberg stellte in seiner Rede noch einmal klar, daß diese Neugliederung nur den Verwaltungsbereich betrifft und keinen Einfluß auf den sportlichen Bereich haben wird. Die Kreismeisterschaften sollten damit nicht generell abgeschafft, sondern deren weitere Durchführung im Ermessen der Vorstände und Mitgliedsvereine der neuen Bezirke liegen.
In der regen Diskussion wurde klar, daß viele Anwesende die Ansicht des Präsidenten nicht teilten und sehr wohl unmittelbare Auswirkungen für den Sportbereich sahen. Nach gut einstündiger Aussprache kam der Vorschlag dann zur schriftlichen Abstimmung.
Das Ergebnis viel wider erwarten sehr eindeutig aus: mit 179 Ja und 283 Nein-Stimmen wurde die Strukturreform von den Delegierten abgelehnt.
Damit bleibt die bisherige Struktur des RSB auch zukünftig bestehen.

Nach den Schlußworten von Harry Hachenberg endete die Versammlung gegen 13.30 Uhr.

 

Fazit:

Für den ESV-Mainz sicherlich ein gutes Ergebnis, da bei einer Umsetzung der Strukturreform die Kreismeisterschaften entfallen wären und gerade den neuen Schützen dann nur eine Meisterschaft zum Sammeln von Wettkampferfahrungen im Jahr geblieben wäre.
Ob das Thema Strukturreform damit endgültig vom Tisch ist bleibt abzuwarten. Dem Präsidenten Harry Hachenberg war die Enttäuschung bei seinen Schlußworten anzumerken, daher glaube ich nicht, daß es in naher Zukunft eine Neuauflage geben wird.

Trotzdem muß man dem Präsidium des RSB ein Lob für die investierte Mühe und Zeit aussprechen. Der Vorschlag hatte einige gute Ansätze, aber eine "Pauschalreform" ist aus meiner Sicht der falsche Weg. Eine Zusammenlegung oder Teilung von Kreisen und Bezirken wo es erforderlich und von den Beteiligten gewünscht wird, ist sicherlich die bessere Lösung, wie die erfolgreiche Fusion der Kreise Mainz-Alzey und Worms gerade gezeigt hat.

Mainz, 29.04.2007

Torsten Nagel